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Auf dieser CD plauscht Oma Wally in ihrer gewohnt forschen Art live aus dem Seniorenheim „Turne in die Urne“. Ein Hörerlebnis mit Beiträgen auSimone Fleck, in Bremerhaven geboren, grad. Designerin und Diplompädagogin, Schauspielausbildungen in Bochum und Düsseldorf, ist seit 25 Jahren Solokabarettistin und seit fast dreißig Jahren „Wahldortmunderin“. Zwanzig Bühnenprogramme sind geschrieben und auf diversen Brettern präsentiert. Weitere werden folgen müssen um Ernährung und Riesterrente zu sichern: Ein linksdrehender Bioyoghurt muss immer drin sein! Zwei Bücher entstanden in den Spielpausen trotz sommerlicher Hitzewallungen.  Veröffentlicht wurden: „Eine Frau wird erst schön an der Pfanne“ und „Körperwelken“. Der Erlös dieser CD wird ihr einen Platz im Seniorenstift endgültig sichern. s vier verschiedenen Kabarettprogrammen. Als Gast stöckelt die naiv-freche Susie vorbei und lispelt sich durch Alltagstrends. Praktische Beziehungstipps drängt Ihnen Susan Kerkegard auf, eine multiple, holländische Paartherapeutin. Höhepunkte dieser „Wallyküren“ bilden gnadenlose Gesangseinlagen. Rappen Sie mit, wenn es heißt: „Ich bin Oma, Oma aussem Heim…“ Die neue CD von Jens Neutag Sie erscheint in der Reihe „unArtig“-das Kabarett der Gegenwart. Eine Cooperation von undobArt mit der Büchergilde Gutenberg. jens neutag schön scharf regie: martin maier-bode  Er geht seinen Weg konsequent weiter und entsprechend heißt das nunmehr fünfte Soloprogramm von Jens Neutag "schön scharf". Bissig, intelligent, unterhaltsam und ohne zu Belehren gibt er Anstöße, ohne dabei anstößig zu sein. Genau damit hat er sich als einer der wenigen Kabarettisten seines Jahrgangs bundesweit einen Namen gemacht. „schön scharf“ ist ein niveauvolles Plädoyer gegen das Mittelmaß. In Politik und Gesellschaft mangelt es an Schärfe und Würze. Es fehlt nicht nur das Salz in der Suppe, sondern jegliche Zutat dafür. Westerwelle, Pofalla, samt deren Brüder und Schwestern im Geiste gehen allenfalls noch als zerkochte Rinderknochen durch, damit ist suppentechnisch kein Staat zu machen. Und diese Suppe müssen wir dann auch noch auslöffeln. Guten Appetit! -Ob der alltägliche Sicherheitswahn, Lobbyisten-Plage oder der tagtägliche Terror der Massenmedien, überall  lohnt sich eine klare Haltung. Aber diese bitte „schön scharf“, denn Schärfe schüttet Glückshormone aus  -  so kann Kabarett begeistern und beglücken! Spontanheilung Gesundheitskabarett von und mit Lüder Wohlenberg Gesundheit! Wer wünscht sich das nicåt? Dabei kann das eigene Gebrechen durchaus identitätsstiftend sein. Ob Cholesterin, Bauchumfang oder Leberwerte, erst jenseits der Normwerte werden wir einzigartig und unverkennbar. Und immer noch gilt: Wer gesund ist, ist nur nicht richtig untersucht. 70 Prozent aller Leben fangen schon als Risikoschwangerschaft an. Und kaum hat man die Pubertätsakne überstanden, lauert schon die erektile Dysfunktion. Dazu sind unsere Beschwerden ein gewaltiges Kapital. 4 Millionen Menschen leben in diesem Land von unseren Krankheiten. Eine Armada aus Therapeuten wartet schon an der nächsten Ecke um uns endgültig zu kurieren. Rituelles Bockspringen, zyklussynchrones Powerkraulen oder zeitnahes Gedankenstretching. Da wird Leiden zur Bürgerpflicht. Und wenn wir es geschickt anstellen, können wir dabei sogar etwas verdienen. Manche Krankenkassen zahlen uns schon jetzt für einen Gesundheits-Check einen Bonus. Das ist ein Ansatz. Krankheit lohnt sich für alle, sogar wenn sie noch nicht da ist. Gesundheit wird nicht im Kopf entschieden, sondern im Geldbeutel. Wir sind Anbieter von Symptomen, man muss sie uns nur abkaufen. Gesundheit ist Sozialismus, Krankheit ist Marktwirtschaft und Komasaufen ihre neoliberale Schwester. Auf Weitersiechen! Lüder Wohlenberg führt uns nach seinem Soloprogramm „Zwei Meter Halbgott“ jetzt ins gelobte Land der Tabletten, Therapien und Heilsversprechen. Er gibt uns die Kügelchen. Die Krise selbst wird zur Lösung. „Spontanheilung“ ist eine furiose Jubelarie auf die unentdeckten Möglichkeiten unseres Gesundheitssystems, gelebter Wahnsinn mit überraschenden Einsichten, dazu politisch nicht korrekt und extrem wirksam. Fragen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker, sondern kommen Sie direkt zur „Spontanheilung“. „Wohlenberg ist sowohl zynischer Dozent als auch poetisch behauchter Erzähler, dazu ein talentierter Schauspieler und ein schwarzes Schaf unter weißen Medizinern.” Die Rheinpfalz Lüder Wohlenberg ist Arzt, Patient und Kabarettist, zudem Hanseat mit rheinischer Sozialisation: geboren in Hamburg, Schule in Neuss, Medizinstudium in Köln, Facharztausbildung in Düren und Mönchengladbach, lebt und arbeitet in Köln-Nippes. Zuckerschlecken Es gab mal eine Zeit, in der die Winter meist kalt, Männer selten warm und Kinder noch schlank waren. Es gab keine Doppelnamen, kaum Analphabeten, wenig Emanzen, eine Hand voll Arbeitsloser, viele positive Menschen und eine Mauer. Es war zwar nicht immer Morgens um Sieben, aber die Welt war in Ordnung! Der Amerikaner war gut, der Russe böse, der Chinese daheim und der Taliban nicht existent. Die Luft war sauber, die Grünen Grün, die Sozis links, die Kabarettisten Sozis und die Wirtschaft ein Wunder. Deutsch war noch nicht english, food noch nicht fast, wer sich an Kindern vergriff, der ging in den Knast. Es gab keinen Hip-Hop, man liebte Hop-Sing, der Kunde war König, Elvis der King. Doch aus D-Mark wurd’ Euro, aus persönlich global, ein Bayer ist Papst, analog digital. Das Klima im Wandel, ein Kontinent ohne Brot, der Kunde ist Bettler, Elvis ist tot. (frei nach Geschwister Grimm Und was lernen wir aus diesen geistreichen Zeilen? Gar nichts! Ausser dass Pressetexte für Kabarettprogramme  schon mal bedeutend besser waren. Nach der mehrfach ausgezeichneten „Ochsentour“ begibt sich Alfred Mittermeier mit „Zuckerschlecken“ nun ins politisch satirische Fach. Das gibt Nahrung fürs Hirn und Futter fürs Zwerchfell gleichermassen. Mit einer Geschwindigkeit, bei der ihm eigentlich das Mundwerk rauchen müsste, pfeffert er dabei eine Pointe nach der anderen ins Publikum. Mittermeier balanciert zwischen Politik, Boulevard und Alltag auf einer bittersüssen Zündschnur bestehend aus Sprachwitz, Gags und Bonmots. Weichgeklopft mit der Keule und fein seziert mit dem Messer kriegt Politik und Gesellschaft das, was sie sich über die Jahre hart erarbeitet haben. Eine verschärfte Rasur gegen den Strich, ohne Schaum, querbeet durch die Parteienlandschaft. Wohl dem, der kein Mandat hat ... ein Zuckerschlecken! In Liebe Muschelkalk Streik ist geil! Aufstehen zur Sitzblockade Kabarett mit Jens Neutag 90 Minuten zwischen Komik und Polemik Regie: Martin Maier-Bode Es reicht. Jens Neutag streikt. Nach Jahren der großen Koalition ist Selbstmitleid mal wieder das Lieblingshobby der Deutschen. Was uns fehlt ist eine Streik- und Streitkultur. Für die wirbt Jens Neutag jetzt. Das Ausland ist uns voraus: Die Franzosen machen aus ihren Vororten über Nacht offene Feuerstellen, während die Italiener gefühlt alle zwei Tage zum Generalstreik aufrufen. Nur der Deutsche sagt sich: „Nee, das ist nicht schön“, lackiert seinen Carport und liest freiwillig Peter Hahne. Und das gilt es zu ändern. Fangen Sie vorsichtig an. Stellen Sie den Müll einfach mal am falschen Tag raus. Oder bauen Sie aus den leeren Bionade-Kisten Barrikaden! Denn man muss ja nicht gleich Vororte in Brand stecken. Der Einstellplatz für den Laubsauger würde ja schon reichen. Am Ende werden Sie sehen: Wehren lohnt sich! Das sagt Jens Neutag aus tiefer Überzeugung. Und natürlich, weil Streiken seinem Naturell auch irgendwie entgegen kommt. Es paart eine Protesthaltung mit aktivem Nichtstun. Kurzum: Streik ist geil! Ringelnatz - Hans Bötticher, Norbert Gescher, Madeleine Sauver, Clemens Maria Kitschen, Stephan Krawczyk, Lothar Bölck, Heiz Kühne, Rainer Hofmann-Battiston, Regina Reitz-Pohl, Ina Wagler, Armin Hauser, Dagmar Harrold, Klein Kunst? Groß Kunst? Kunst ist Kunst. Oder was?Hat Kunst was zu sagen? Klein Kunst weniger als Große? Wem sagt Kunst was und wenn ja was und wie viel? Hä? Geschmackssache? Nein, nicht Geschmackssache. Hören. Sehen. Fühlen. Bildung. Ausbildung. Entwicklung. Offen sein. Offen bleiben. Bewegung. Wir sorgen für Bewegung. In der Kunst. Wir geben Anstöße. Wir geben ihr einen Auftritt. Speziell der Klein Kunst. Und: siehe oben. Außerdem: Klein ist fein. Wir sind die Manufaktur unter den Produzenten. Kunst von Hand. Wir sind Sympathisanten. Steigbügelhalter. Anstifter. Mittäter. Wir stecken unter der Decke. Mit unseren Künstlern. Mit unseren Auftraggebern. Wir sind undobart. Jetzt erst recht und gerade heute. Und wenn nicht wir wer dann. Und wir sind Heinz Kühne, der Toningenieur, Gitarrist, Komponist, mit der langjährigen Erfahrung aus dem eigenem Tonstudio und der Produktion von unzähligen preisgekrönten Funkspots, Filmvertonungen, Hörspielen, Musikproduktionen. Und wir sind Rainer Hofmann-Battiston, der Musiker, Illustrator, Karikaturist, Dozent, mit den zahlreichen Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen, den vielen Ausstellungen und den erfolgreichen Kunst- und Kulturveranstaltungen, die er ins Leben gerufen hat (Reinheimer Satirewoche, Fürstenecker Kabarettakademie, Alice Art Care etc.). Wir sind Produktionsteam, Label und Vertrieb. Für Kabarett, Literatur, Theater, Chanson, Liedermacher. Wir fördern und fordern Künstler. Wir sind Partner. Auf Augenhöhe. Keine Erfüllungsgehilfen. Wir realisieren Projekte. Ungewöhnliche. Schwierige. Mit Perspektive. Mit Vision. Auch mit Risiko. undobart. Die Plattform für eigenartige Kunst. Offen für alles und alle. Auch für Mäzene, ohne die in der Kunst fast gar nichts geht. Immer schon. Und auch bei uns. Interesse geweckt? Chance erkannt? Informieren Sie sich. Melden Sie sich. So flüchtig wie Menschen im Hotel sind Sternstunden. Sie übernachten mal kurz und -schwupp, weg sind sie. Doch Vorsicht: Eine Stunde in einer billigen Absteige kann Sie teurer zu stehen kommen, als eine Nacht im 5-Sterne-Hotel. Das "Sternstundenhotel" freut sich auf Ihren Besuch. Obwohl First Class Hotel, genügt leichtes Gepäck und legere Garderobe. Bevor Sie aufs Zimmer gehen, schauen Sie noch auf einen Sprung in der Hotelbar vorbei. Hier erwartet Sie Madeleine Sauveur. Die Kabarettistin und Sängerin gewährt kurze Einblicke in alle Zimmer des "Sternstundenhotels". Sie erzählt hinreißend komische Geschichten von zu harten Männern in zu weichen Betten, von einem traurigen Doppelzimmer das nie ein Liebespaar beherbergt hat, von merkwürdigen Gästen mit komischen Gesten. Clemens Maria Kitschen hat zu jedem Zimmer den passenden (Noten-) Schlüssel. Mit entwaffnendem Wortwitz und Sinn für wunderbaren Hintersinn bringt Madeleine Sauveur; Kabarettistin und Chansonette mit umwerfendem Charme und großer stimmlicher Bandbreite ihr 10.Programm, also ihr Jubiläumsprogramm auf die Bühne. Virtuos am Piano begleitet Clemens Maria Kitschen, über den die Presse sternhagelvoll des Lobes ist. Regisseur und Co-Autor ist Peter W. HermannsNoch während des Krieges trifft Hans Bötticher (7.8.1883 - 17.11.1934) — so der bürgerliche Name von Joachim Ringelnatz — seine spätere Frau Leonharda Pieper (6.11.1898 - 26.2.1977) zum ersten Mal. Sie hält sich zu dieser Zeit in einem Eisenacher Mädchenpensionat für angehende Sprachlehrerinnen auf. Beide beginnen einen Briefwechsel, der sich nach Kriegsende intensiv fortsetzt. In ökonomischer und emotionaler Hinsicht noch tastend – ohne festen Boden unter den Füßen – nähern  sie sich  langsam an. Er möchte sie lösen von enger gesellschaftlicher Konvention und mitnehmen in seine freie, eigene Welt.  So schreibt er am 8. Januar 1920: … „Du siehst noch konventionell ohne es zu wollen, Du bist noch ganz verstrickt in der schmutzigen Wolle mit der die kleinliche Bourgeoisie ihre Kinder umspinnt.”Als nicht nur seemännisch erfahrener Mann eröffnet er der fünfzehn Jahre Jüngeren geheimnisvolles Fremdes und Neues. Behutsam fängt er an, sie in ihrem Denken sexuell zu enthemmen. Ein Austausch beginnt, der sie dazu bewegen wird, ihr altes, sicheres Nest zu verlassen, um mit ihm in eine neue, aufregende, unsichere gemeinsame Zukunft aufzubrechen. Er soll sie dabei anleiten und ihr Lehrer sein.Leben ist Kopfsache. Ein Mensch ohne Kopf ist ein Krüppel zeitlebens. Deshalb ist Deutschland ein behindertenfreundliches Land. Jene, die ihren Kopf noch nicht unterm Arm haben, sind gerade dabei, das Brett davor frisch zu streichen. Andere sind inzwischen so engstirnig, dass selbst das Brett davor keinen Halt mehr findet. Und Dritte wiederum sollten ihren Kopf besser in der Hose tragen. Die Gesellschaft ist kopflos. Dem Kapital steigt nur noch der Profit zu Kopf und es merkt nicht, dass in einem Vakuum Gewinnchancen die Tendenz zur Null haben. Die Wissenschaft zerbricht sich immer erst dann den Kopf, wenn sie ihn bereits verloren hat. Die Kunst hat sich selbst den Kopf verdreht und der Sportler macht nur sich einen, um ihn dann permanent gegen einen Ball zu stoßen. Die Politik wiederum vollführt Kopfstände und wundert sich, dass ihr das Geld dabei aus den Taschen fällt. Wofür sich Parteien dann die Schuld gegenseitig an den Kopf werfen und dabei ins Leere treffen. Das Land braucht neue Köpfe. Und zwar welche mit Köpfchen. Dennoch gleicht die Gesellschaft einer Champignonzucht: Dunkel, modrig und guckt mal ein heller Kopf heraus, wird er abgeschnitten. Denn es geht ein Gespenst um in Germania. Das Gespenst der erhobenen Köpfe. Aus diesem Grunde führen die selbsternannten Großkopferten in diesem Land mittels ihrer Medien einen unheiligen Krieg gegen Köpfe. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es Live-Hinrichtungen im Fernsehen geben wird. Den Titel hat man schon: sieben Tage – Sieben köpfe! In den Schulen zählt inzwischen die Kopfnuss als Rechtfertigung für einen Kopfschuss aus Notwehr. Als sicherste Kopfbedeckung wird dem Volke der Stahlhelm gepriesen. Man will ihn kopfscheu machen. Doch wenn schon ein Volk mit Kopf, dann muss er wenigstens rund sein. Und nicht anecken. Nichts ist für die Großkopferten unbequemer als ein Volk voller Quadratschädel. Denn die kann man ganz schlecht rollen lassen. Deshalb werden die Köpfe voll gepumpt mit allerlei Räuschen, Süchten und Narkotika. Bis er abgefüllt und aufgeblasen ins gedopte Land entfleucht. Ohne Kopf ist ja schlecht denken. Denn die Gedanken sind nur frei, solange man welche hat. In seinem zweiten Soloprogramm „Kopfwäsche oder ins gedopte Land“ führt uns Lothar Bölck in den gesamtdeutschen Waschsalon für die obere Extremität. Kopfüber stürzen sich seine Figuren, der Hinterbänkler Hugo W. Holzhausen, der Sägewerker Wolter, Kurt, der Professor für angewandte Wendungen, Alfred Kutschera, und der Schützenvereinsvorsitzende auf ABM, Friedhelm Brandski, in die Gemeinschaftswaschtrommel. Die Kopfwäsche wird zum Hauptgang, ohne Weichspüler geht’s in die Schleuder und dann kopfnass auf die Leine. Unter dem Motto: Lass den Kopf nicht hängen, sonst läuft das Wasser raus. Stephan Krawczyk... ihr neues Album „Alles sternenklar soweit“...Aufgenommen hat es Sauveur mit Partner Clemens Maria Kitschen, der nicht nur ihre Texte vertonte, sondern an Klavier und Akkordeon auch instrumental zum Gelingen beitrug. Und gelungen ist das Album eindeutig. Von Anfang bis Ende, jedes Lied fesselt den Zuhörer aufs Neue, immer wieder verblüffen überraschende Wendungen. Mit viel Charme verleiht Sauveur den Stücken die richtige Note und kostet dabei die volle Bandbreite ihrer vielseitigen Stimme aus. Ironisch erzählt sie Strümpfen, die sich während dem Schleudervorgang aus den Augen verlieren („Sockenblues“), frivol vom „Seufzer eines Bettes“, nachdenklich über das Gefühl jemanden zu lieben und doch nicht mit ihm leben zu können („Unauslöschbar“).Überhaupt lohnt es sich, die Texte genauer durchzulesen. Mit wenigen Worten und einfacher Sprache erfassen sie alltägliche Situationen, in denen sich jeder wiederfindet. Dabei balanciert Sauveur scheinbare Gegensätze gekonnt aus – mit einem ironischen Zwinkern nimmt sie sich selbst auf die Schippe, ohne ins Alberne abzudriften („meine Seite hat gekracht, vielleicht war´s  auch der Pfosten“), vermeidet aber Kitsch, wenn sie von den viel zu kurzen Stunden der Zweisamkeit singt (Titeltrack „Sternstundenhotel“).Das alles wird unterstützt durch die lockere, tänzelnde Begleitung – nie aufdringlich, aber immer mit eigenem Charakter. Besonders hervorzuheben ist natürlich Kitschen, von dem mit Glück zu sagen ist, dass er nicht – wie einst vorgehabt – Koch geworden ist, sondern sich lieber auf die Begleitung von Chansons spezialisierte. Sternenklar, dass diese CD wunderbar ist.Mannheimer Morgen, Februar 2008 Spontanheilung Gesundheitskabarett von und mit Lüder Wohlenberg Gesundheit! Wer wünscht sich das nicht? Dabei kann das eigene Gebrechen durchaus identitätsstiftend sein. Ob Cholesterin, Bauchumfang oder Leberwerte, erst jenseits der Normwerte werden wir einzigartig und unverkennbar. Und immer noch gilt: Wer gesund ist, ist nur nicht richtig untersucht. 70 Prozent aller Leben fangen schon als Risikoschwangerschaft an. Und kaum hat man die Pubertätsakne überstanden, lauert schon die erektile Dysfunktion. Dazu sind unsere Beschwerden ein gewaltiges Kapital. 4 Millionen Menschen leben in diesem Land von unseren Krankheiten. Eine Armada aus Therapeuten wartet schon an der nächsten Ecke um uns endgültig zu kurieren. Rituelles Bockspringen, zyklussynchrones Powerkraulen oder zeitnahes Gedankenstretching. Da wird Leiden zur Bürgerpflicht. Und wenn wir es geschickt anstellen, können wir dabei sogar etwas verdienen. Manche Krankenkassen zahlen uns schon jetzt für einen Gesundheits-Check einen Bonus. Das ist ein Ansatz. Krankheit lohnt sich für alle, sogar wenn sie noch nicht da ist. Gesundheit wird nicht im Kopf entschieden, sondern im Geldbeutel. Wir sind Anbieter von Symptomen, man muss sie uns nur abkaufen.Gesundheit ist Sozialismus, Krankheit ist Marktwirtschaft und Komasaufen ihre neoliberale Schwester. Auf Weitersiechen! Lüder Wohlenberg führt uns nach seinem Soloprogramm „Zwei Meter Halbgott“ jetzt ins gelobte Land der Tabletten, Therapien und Heilsversprechen. Er gibt uns die Kügelchen. Die Krise selbst wird zur Lösung. „Spontanheilung“ ist eine furiose Jubelarie auf die unentdeckten Möglichkeiten unseres Gesundheitssystems, gelebter Wahnsinn mit überraschenden Einsichten, dazu politisch nicht korrekt und extrem wirksam. Fragen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker, sondern kommen Sie direkt zur „Spontanheilung“. „Wohlenberg ist sowohl zynischer Dozent als auch poetisch behauchter Erzähler, dazu ein talentierter Schauspieler und ein schwarzes Schaf unter weißen Medizinern.” Die Rheinpfalz Lüder Wohlenberg ist Arzt, Patient und Kabarettist, zudem Hanseat mit rheinischer Sozialisation: geboren in Hamburg, Schule in Neuss, Medizinstudium in Köln, Facharztausbildung in Düren und Mönchengladbach, lebt und arbeitet in Köln-Nippes.